Honghwamun-Tor des Changgyeonggung-Palasts
Seoul Bezirk Jongno 창경궁로 185 (와룡동)
Auf Karte öffnenÜber diesen Ort
Honghwamun (弘化門) ist das Haupttor des Changgyeonggung-Palasts; „Honghwa“ bedeutet „die Harmonie erweitern“, das heißt „Tugend üben, um das Volk zu läutern und sie weithin zu verbreiten“. Honghwamun wurde bei der Gründung von Changgyeonggung erstmals errichtet, während der japanischen Invasionen von 1592 (Imjin-Krieg) zerstört und 1616 (8. Regierungsjahr von Gwanghaegun) wieder aufgebaut. Während das Haupttor des benachbarten Changdeokgung, Donhwamun, das zum selben östlichen Palastkomplex gehört, an der Vorderseite fünf Joche aufweist, wurde Honghwamun kleiner mit drei Jochen errichtet. Honghwamun war auch ein Ort, an dem der König dem Volk persönlich begegnete. Im Jahr 1750 (26. Regierungsjahr von König Yeongjo) begab sich Yeongjo vor der Einführung des Ausgleichssteuergesetzes (Gyunyeokbeop) nach Honghwamun, um Yangban und Gemeine zu treffen und ihre Ansichten zur Reform des Steuersystems zu hören. Es heißt zudem, dass Jeongjo 1795 (19. Regierungsjahr von König Jeongjo) vor Honghwamun Reis an die Armen verteilte, um den 60. Geburtstag seiner Mutter, Dame Hong von Hyegyeonggung (Königin Heongyeong), zu feiern. Honghwamun wurde 1963 zum Schatz erklärt. Es ist ein zweigeschossiges Gebäude, drei Joche breit und zwei Joche tief, bemerkenswert durch seine Ausrichtung nach Osten; sein Dach ist ein Walmdach, das von vorne trapezförmig erscheint. Die Konsolensätze (Gongpo), die dekorativ zur Stützung der Dachtraufe gefertigt wurden, sind im Mehrkonsolen-Stil (Dapo) angeordnet und nicht nur auf den Säulen, sondern auch zwischen ihnen angebracht. Im Untergeschoss sind zwischen jedem Säulenpaar zwei Türflügel angebracht, damit die Menschen hindurchgehen können, während das Obergeschoss mit Holzdielen ausgelegt und an der Vorder- und Rückwand mit kleinen Bretttüren versehen ist, die sich öffnen und schließen lassen. Die Schnitzereien an beiden Enden des Dachfirsts und die Figuren an den sanft geschwungenen abfallenden Graten heben die Würde des Gebäudes zusätzlich hervor.